Die häufigsten Fragen zur Wallbox: Wir haben die Antworten

Wer sich für ein vollelektrisches oder ein Plug-in-Hybrid-Modell von Mercedes-Benz entscheidet, wird sich die Frage stellen, wo er sein Auto aufladen kann. Die praktische Lösung: die Wallbox, eine fest installierte Heimladestation. Doch was braucht es alles für die Installation einer Wallbox?


29. Juni 2021

Kann ich mein Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug nicht einfach an der Haushaltssteckdose laden?

Doch, das kannst du. Aber Fachleute wie Bruno Ziegler, dipl. Elektroinstallateur von der AEK Elektro AG in Solothurn, raten ab: «Die normale Haushaltssteckdose ist nicht dafür ausgelegt, über mehrere Stunden unter Volllast Strom abzugeben. Sie könnte überhitzen.» Eine Wallbox lädt nicht nur deutlich schneller, sondern ist auch sicherer.

 

Was ist eine Wallbox überhaupt?

Bei der Mercedes-Benz Wallbox Home handelt es sich um eine stationäre Ladestation, die über eine maximale Ladeleistung von 22 kW verfügt und jedes voll- und teilelektrische Modell von Mercedes-Benz über Nacht komplett auflädt. Die Ladezeit berechnet man ganz einfach, indem man die Batteriekapazität durch die Ladeleistung des Elektroautos teilt. Demnach braucht ein Mercedes-Benz EQV zum Aufladen seiner komplett entleerten 100-kWh-Batterie an der 11-kW-Wallbox rund 9 Stunden. An der normalen Steckdose bräuchte er dafür 43 Stunden. Die Ladezeiten einer Reihe von Modellen von Mercedes-Benz findest du hier:

 

Ladezeiten 

 
 

Wallbox*

(10–100 %)

Haushaltssteckdose

(10–100 %)

Vollelektrische Modelle

   

EQA 250 4MATIC

5 h 45 min

30 h

EQC 400 4MATIC

7 h 30 min

42 h

EQV 300 lang

10 h 

47 h

EQS 450+

10 h

n.a.

     

Plug-in-Hybrid-Modelle

   

A 250 e

3 h 15 min

5 h 30 min

B 250 e

3 h 15 min

5 h 30 min

GLA 250 e

3 h 15 min

5 h 30 min

GLC 300 e 4MATIC SUV

1 h 45 min

6 h 30 min

GLE 350 e 4MATIC SUV

3 h 15 min

11 h 30 min

E 300 de 4MATIC T-Modell

2 h 45 min

5 h


* bei einer Ladeleistung von 11 kW

Gibt es verschiedene Arten von Wallboxen?

«Es gibt einfache Varianten nach dem Prinzip ‹einstecken und aufladen›, aber auch smarte Systeme, die über eine App gesteuert werden können. Die einfachen Systeme kosten unter 1000 Franken, die intelligenten bis 2000 Franken», erklärt Bruno Ziegler. Viele Kantone, Städte und Gemeinden fördern die Installation von Ladestationen übrigens finanziell. Hier gibts eine Übersicht dazu.

Die Mercedes-Benz Wallbox im Einsatz.

Die Mercedes-Benz Wallbox im Einsatz.

Die Mercedes-Benz Wallbox im Einsatz.
Die Mercedes-Benz Wallbox im Einsatz.
Installation einer Wallbox in einer Tiefgarage, Fotos: «auto-illustrierte».

Installation einer Wallbox in einer Tiefgarage, Fotos: «auto-illustrierte».

Installation einer Wallbox in einer Tiefgarage
Installation einer Wallbox in einer Tiefgarage, Fotos: «auto-illustrierte».

Was ist ein Home-Check?

Sind deine ersten Abklärungen positiv verlaufen, folgt ein Home-Check durch den Fachmann. «Beim Home-Check schaue ich mir die ganze Infrastruktur an, von der Netzzuleitung bis zur Konnektivität (Handyempfang oder WLAN). Ausserdem nehme ich die Energiezählernummer für die Installationsanmeldung auf und melde sie dem jeweiligen Elektrizitätswerk», sagt Experte Ziegler. Das Werk teilt dann mit, in welchem Rahmen eine Installation möglich ist.

 

Kann ich als Einfamilienhaus-Besitzer ohne Baubewilligung eine Wallbox installieren lassen?

Ja, das darfst du. Nach einem positiven Home-Check durch einen Fachmann steht einer Installation nichts im Weg. Steht der Hauptverteiler deines Eigenheims in der Nähe der Garage (oder deines Abstellplatzes), kostet dich die Installation einer einfachen Wallbox nicht einmal 2’000 Franken.

 

Was muss ich tun, wenn ich Mieter bin?

Für die Installation einer Wallbox brauchst du das Einverständnis des Vermieters. Dieser entscheidet, ob du eine Heimladestation installieren darfst. Gibt der Vermieter grünes Licht für die Installation, bedeutet das nicht, dass er auch die Kosten übernimmt. Das Einverständnis des Vermieters solltest du schriftlich haben, um einen Rückbau am Ende der Mietdauer zu vermeiden. Wenn der Vermieter die Installationskosten übernimmt, darf er sie auf den Mietzins umwälzen.

 

Wie sieht es bei einer Miteigentümergemeinschaft für eine Tiefgarage aus?

Steht dein Fahrzeug in einer Tiefgarage mit mehreren Eigentumsparteien, braucht man die Zustimmung der Miteigentümergemeinschaft (MEG). Der Schweizer Hauseigentümerverband hält in einem Merkblatt zum Thema fest: «Sowohl die Einstellhalle als auch alle Leitungen, Einrichtungen und Anschlüsse gehören der MEG. Eingriffe ins Miteigentum dürfen nur mit Zustimmung der MEG erfolgen.»

 

Wie viele Ladestationen können maximal an einer Hausverteilanlage angehängt werden?

Wenn in einer Garage mehrere Wallboxen installiert werden sollen, zieht Fachmann Ziegler ein Flachbandkabel durch den Raum, an dem die verschiedenen Ladestationen angeschlossen werden. «Bis zu 30 Stationen können dann über ein zentrales, intelligentes Lastmanagementsystem gesteuert werden.»

 

Wie muss man sich die Installation einer Wallbox vorstellen?

Vom Hauptverteiler, der normalerweise im Keller ist, wird eine neue Zuleitung zur Wallbox gezogen. Je nach Infrastruktur ist das mal einfacher, mal umständlicher. «Wo möglich werden Eingriffe in die Fassade vermieden. Für die Leitungen versuche ich, bestehende Rohre zu verwenden oder sie über Lichtschächte oder andere versteckte Wege zu ziehen», erklärt Bruno Ziegler.

Bruno Ziegler, dipl. Elektroinstallateur

   

Bruno Ziegler, dipl. Elektroinstallateur aus Zuchwil, hat sich vor acht Jahren auf Elektromobilität spezialisiert und schon hunderte von Ladestationen installiert. Und es werden immer mehr: «Im letzten Jahr ist die Zahl der Anfragen um 50 Prozent gestiegen, dieses Jahr bereits um 100 Prozent. Aktuell habe ich jeden Tag zwei bis drei Anfragen zur Installation einer Wallbox.»