Schweizer Handwerkskunst trifft auf deutsche Perfektion: Sattlermeister Jan Prescha besucht die MANUFAKTUR von Mercedes-Benz in Sindelfingen. Zwischen edlem Leder, präzisen Nähten und innovativer Technik entdeckt er die Kunst der Individualisierung hautnah.

 

4. April 2025

 

Jan Preschas Hände gleiten behutsam über das Lenkrad der Mercedes-Benz S-Klasse Limousine. Sein geschultes Auge erfasst im Interieur jede noch so kleine Naht, jedes Detail. In der Luft liegt ein dezenter Duft von Leder. Eine Kombination, die der 26-jährige Sattlermeister aus seiner täglichen Arbeit bestens kennt. «Ein Meisterwerk», wie er findet. Um die Entstehung dieses Werks aus nächster Nähe zu erleben, führt ihn sein Weg nach Sindelfingen. Das ist nicht nur die Geburtsstätte der S-Klasse, sondern auch die Heimat der MANUFAKTUR – dem Individualisierungs- und Personalisierungsprogramm von Mercedes-Benz für ausgewählte Baureihen.

 

Der erste Halt auf dem Weg von Zürich nach Sindelfingen endet nach etwa zweieinhalb Stunden im Center of Excellence. Hier konfigurieren Kundinnen und Kunden ihr individuelles Traumfahrzeug. Ob aussergewöhnliche Lacke für das Exterieur oder exklusive Materialien im Interieur – es bleibt kein Wunsch unerfüllt. Wer mit eigenen Augen zusehen möchte, wie sein Wunschfahrzeug Realität wird, erlebt das auf dem zweiten Stopp der Reise: in der MANUFAKTUR.

Handwerkskunst trifft Hightech

Hier trifft modernste Technik auf traditionelle Handwerkskunst. Ob Beledern, Schneidern, Besticken oder Nähen – alle Innenausstattungen werden millimetergenau vollzogen. Jede Handbewegung sitzt, jeder Schritt ist getaktet und durchdacht. Prescha beobachtet die emsigen Mitarbeitenden – manche wuseln durch die Werkstatt, andere arbeiten hochkonzentriert an ihrem Arbeitsplatz an filigranen Details. Doch auch grössere Bauteile, wie beispielsweise ein Dachhimmel aus Leder, entstehen hier – zusammengenäht aus vielen einzelnen Elementen. Eine Maschine hat es dem Sattlermeister besonders angetan: die «easy inspect». Dank künstlicher Intelligenz werden kleinste Unregelmässigkeiten im Nappaleder erkannt und markiert. «Bei uns in der Sattlerei erfolgt diese Kontrolle von Auge. Diese Technologie hier bei Mercedes-Benz entlastet enorm und erhöht zugleich die Qualitätssicherung», stellt Prescha anerkennend fest.

 

Der 26-jährige Nordwestschweizer arbeitet im Familienbetrieb Prescha & Sohn AG in Pratteln in der Nähe von Basel. Das 1970 von seinem Grossvater gegründete Unternehmen begann ursprünglich als Autosattlerei und Polsterei und produziert mittlerweile auch Filterprodukte für die Chemie- und Pharmaindustrie. Ende 2026 wird Jan Prescha in die Fusstapfen seines Vaters treten und die Familientradition fortführen. «Bis dahin möchte ich so viel Wissen wie möglich aufsaugen.»

 

Das tut Prescha auch in der MANUFAKTUR. Interessiert tauscht er sich mit den Mercedes-Benz Mitarbeitenden aus und stellt Fragen. So auch im Gespräch mit Pero Lacic. Seit 25 Jahren hat dieser bei Fahrzeugen mit dem Stern seine Finger im Spiel. Der erfahrene Näher ist mittlerweile Verantwortlicher für Lenkräder und Sonnenblenden. Lacic erläutert Prescha, wie er ein Lenkrad zunächst mit wärmeaktivierbarem Kleber fixiert, bevor er mit einer speziellen Handnahttechnik das Leder verbindet. «Diese Technik kenne ich gut – auch wenn es nicht gerade meine Lieblingsarbeit ist», sagt Prescha lächelnd. Gerade wegen der Elektronik und des Airbags seien keine Fehler zu verzeihen. Lacic pflichtet ihm bei: «Ich arbeite gerne unter Druck. Jedes Lenkrad wird dank der Handarbeit zu einem Einzelstück. Am Schluss blickt man stolz darauf.» Je nach Lenkrad müsse man mit vier bis acht Stunden Arbeit rechnen, erklärt der Mercedes-Benz Mitarbeiter.

Liebe zum Detail: Sattlerkunst in ihrer schönsten Form

Beim Fachsimpeln deutet Prescha mit dem Finger auf den Nebentisch. Dort liegt eine Sonnenblende, auf der eine ausgeprägte und präzise Handnaht zum Vorschein kommt. Die Naht wird seit Kurzem bewusst sichtbar gestaltet – angelehnt an die Verarbeitung des Lenkrads. «Das habe ich so noch nicht gesehen. Eigentlich versteckt man diese Nähte, aber ich finde es so viel stilvoller.»

 

Es ist die Liebe zur Handwerkskunst, die Prescha mit den Mitarbeitenden in der MANUFAKTUR verbindet. So ist es wenig verwunderlich, dass er in jeder Abteilung rasch Anschluss findet. Mit den Fachleuten teilt er die Begeisterung dafür, ganz spezielle Dinge zu erschaffen. «Als Sattler wird mir nie langweilig, denn jede Kundin und jeder Kunde bringt einen individuellen Wunsch mit, für den es eine individuelle Lösung braucht.»

 

Auf seiner Rückfahrt denkt Prescha nochmals über seine Eindrücke nach. «Es ist alles viel grösser, die Prozesse sind durchgeplant, doch die Leidenschaft und die Hingabe sind dieselben.» Er freut sich darauf, die in Sindelfingen gewonnene Inspiration in seinem eigenen Betrieb umzusetzen – in einer Werkstatt, die seit Generationen für Individualität und Qualität steht. Eine weitere Parallele zur MANUFAKTUR.

 

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