AMG – nur drei Buchstaben, trotzdem weltbekannt. Welche Geschichte steckt dahinter? Wie beliebt ist AMG auf Schweizer Strassen? Und wie sieht die elektrische Zukunft der sportlichen Speerspitze von Mercedes-Benz aus? Ein Blick zurück, in die Gegenwart und nach vorn.
15. September 2025
Vom Zweimannbetrieb in einer Garage im Hinterland zur Weltmarke: Was wie ein Märchen klingt, ist die Story von AMG. Dabei beginnt diese Erfolgsgeschichte an einem Tiefpunkt. In den 1960er-Jahren arbeiten die beiden Ingenieure Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher in der Entwicklungsabteilung von Daimler-Benz an Rennmotoren. Ein Traumjob für die beiden – bis der Konzern alle Motorsportaktivitäten stilllegt und sich auf die Herstellung von Strassenautos konzentriert.
Für die beiden geht der Weg im Unternehmen zwar in der Serienabteilung weiter, doch ihr Herz schlägt weiterhin für den Rennsport. So beschliessen sie, in Aufrechts Garage im baden-württembergischen Grossaspach in jeder freien Minute Motoren von Mercedes-Benz für Rennen zu frisieren. Die Überzeugung, aus einem Mercedes-Benz noch mehr Leistung rauszukitzeln, treibt sie an. Es gibt kaum einen Tag, an dem die leidenschaftlichen Tüftler ihre Werkzeuge beiseitelegen. Ihr aussergewöhnliches Händchen stellen sie bereits wenig später unter Beweis: Der deutsche Rennfahrer Manfred Schiek gewinnt dank des von Aufrecht und Melcher präparierten 300 SE zehn Mal bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft.
Die «Rote Sau» wird zur Legende
Mit dieser Bestätigung reift eine Vision: Strassenfahrzeuge nach dem Vorbild der erfolgreichen Rennwagen anzubieten. Aufrecht kündigt seinen Job bei Daimler-Benz und überzeugt seinen Bruder im Geiste, zusammen mit ihm den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Eine mutige, aber wie sich schon wenig später herausstellen sollte, goldrichtige Entscheidung. 1967 entsteht AMG. Dabei steht A für Aufrecht, M für Melcher und G für Grossaspach. Firmensitz ist eine ehemalige Mühle im Nachbarort Burgstall.