Gerüche sind überall. Sie sind mal angenehm und mal unangenehm, gleichen aber stets einer unsichtbaren Sprache. Sie wecken Gefühle, lassen uns erinnern und beeinflussen gar unsere Entscheidungen. Wir haben mit der Duftexpertin Sabine Engelhardt über Düfte gesprochen – und darüber, warum sie auch im Auto eine Rolle spielen.

 

1. Juni 2024

 

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Düfte unsere Stimmung, Arbeitsleistung und sogar Beziehungen beeinflussen, indem sie nicht nur Gefühle, sondern sogar Bedürfnisse wecken. Der Geruch des Lieblingsgetränks kann Durst machen. Der Geruch von Sonnencreme den vergangenen Sommerurlaub wieder aufleben lassen. Der Duft eines Parfums kann ebenso schöne wie schmerzhafte Erinnerungen hervorrufen. Wie das? Der Geruchssinn ist direkt mit dem limbischen System verbunden – einem Bereich des Gehirns, der für die Emotionen und das Gedächtnis zuständig ist.

Erinnerungen schaffen

Der mit dem limbischen System verknüpfte Geruchssinn liegt hingegen weit weg vom Sprachzentrum. Das führt dazu, dass Gerüche oft nicht besonders gezielt benannt werden. Es «stinkt» oder «duftet». Wonach? Das zu beschreiben, fällt den meisten Menschen schwer. Nicht so Sabine Engelhardt. Seit über zwei Jahrzehnten prägt sie die Duftwelt von Mercedes-Benz und kreiert exklusive Duftkollektionen für den Fahrzeug-Innenraum. Ihrer feinen Nase entgeht kein Detail. Sie hat Hunderte von Düften in ihrem Gedächtnis abgespeichert und kann selbst die subtilsten Nuancen genau benennen. «Wenn ich Ihnen zum ersten Mal einen Duft präsentiere, den Sie noch nie wahrgenommen haben, entsteht eine unberührte Erinnerung», erklärt die Duftexpertin. Memory-String heisst dies im Fachjargon – und er kann mit einem Gefühl «belegt» werden. «Wenn ich Ihnen gleichzeitig eine Geschichte erzähle, die Ihnen ein grossartiges Gefühl vermittelt, werden Sie dieses Gefühl jedes Mal empfinden, sobald Sie den Duft erneut riechen.» Diese besondere Verbindung verleiht dem Geruchssinn seine Einzigartigkeit: Er kann nicht nur intensive emotionale und körperliche Reaktionen speichern, sondern auch zuverlässig wieder abrufen.

Der Duft für die Strasse

Auch die Automobilindustrie setzt seit geraumer Zeit auf Düfte: Duftbäume gibt es bereits seit den 50er-Jahren. 2009 hat Mercedes-Benz im Maybach Zeppelin erstmals gezielt einen Duft eingesetzt. Heute bahnen sich die Duftmoleküle bei der Fahrzeugbeduftung von Mercedes-Benz aus einem Flakon im Handschuhfach ihren Weg ins Interieur. Sie lagern sich nicht auf den textilen Oberflächen des Fahrzeugs oder auf der Kleidung ab, lassen sich beliebig ein- und ausschalten und in drei Intensitätsstufen steuern. Bei der Beduftung strömt Luft über eine Parfumoberfläche und wird diskret in den Fahrzeuginnenraum geleitet. Da der Mensch nicht in der Lage ist, permanent zu riechen, pulsiert das System: Es ist fünf Minuten aktiv, pausiert fünf Minuten und wird dann wieder aktiv. So wirkt der Duft dezent und konstant. Aktuell sind insgesamt zehn Düfte für Mercedes-Benz Fahrzeuge erhältlich. Bei ihrer Entwicklung von Anfang an mit dabei: Sabine Engelhardt.

Interview

«Ein Familienauto müsste nach Schwimmbad riechen»

Frau Engelhardt, warum braucht ein Auto einen eigenen Duft?

Viele Menschen verbringen täglich mehrere Stunden in ihrem Auto. Eine solche Reise kann anstrengend oder angenehm sein. Bei dieser Wahrnehmung kann ein Duft eine entscheidende Rolle spielen: Harmonische Duftwelten wirken sich positiv auf die Stimmung beim Autofahren aus. 

 

Was ist bei der Entwicklung eines Parfums für ein Auto zu beachten? Gibt es einen Unterschied zur Entwicklung eines «normalen» Parfums? 

Ein Fahrzeugduft liegt zwischen einem Körperparfum und einem Raumduft. Im Vergleich zu einem Wohnzimmer ist der Innenraum des Autos kleiner und etwas sehr Persönliches. Und was es ganz besonders macht, ist die ständig wechselnde Aussicht aus dem Fahrzeug heraus. Ein Auto ist ein sich bewegendes «Zimmer mit Ausblick». All dies muss berücksichtigt werden, wenn es darum geht, einen passenden Duft für ein Auto und seine Passagiere zu kreieren.

 

Wie gehen Sie die Aufgabe an, Düfte für die Marke Mercedes-Benz zu kreieren? Und welche Vorgaben haben Sie? 

Das Ziel ist immer ein ganzheitliches Innenraumkonzept, das alle Sinne berücksichtigt. Mein Ausgangspunkt sind also der Kontext des Autos in seinem kulturellen Umfeld und die angestrebte Nutzung. Auch die Geschichte der Marke und ihrer Fahrzeuge spielt natürlich eine grosse Rolle. Auf der Suche nach passenden Duftnoten für ein neues Modell arbeite ich eng mit den Kollegen aus Entwicklung, Design und Produktmanagement zusammen, um zunächst das Fahrzeugkonzept zu verstehen. Anschliessend beginne ich, basierend auf meiner Intuition und zusammen mit unserem Parfümeur, zu experimentieren – mit der Kombination verschiedener Arten von produzierbaren Gerüchen.

 

Wie entsteht dann ein Fahrzeugduft und wie lange dauert es, bis er fertig ist?

Den ersten Teil des Prozesses übernehme ich: Dafür rede ich mit den Innendesignern und dem Vertrieb, mache mich mit der Geschichte des Modells vertraut, verinnerliche seine Form. Ich setze mich ins Auto und nehme seinen Charakter wahr. Dann kommt es auf die Assoziationen an, die ich in dem Auto erlebe. Ich versuche, diese Assoziationen in den Duft für das Fahrzeug zu legen, und briefe dann den Parfümeur.

 

Von ihm bekomme ich anschliessend vier bis fünf Muster zum Kennenlernen. Das heisst, ich nehme sie mit ins Auto und teste die Düfte, fahre sie sozusagen Probe. Auf diese Weise treffe ich eine Auswahl und diskutiere dann mit dem Parfümeur über Details wie die Intensität. Anschliessend folgt die Testphase. Wir testen nicht mit Kunden, sondern mit Kollegen von Mercedes-Benz. Sie nehmen den Duft mit nach Hause, erfahren ihn und geben mir dazu Rückmeldung. Wenn wir schnell sind, brauchen wir für diesen Prozess gut ein Jahr.

 

Konkret gefragt: Wie duftet Luxus? 

Das kann ich nicht pauschal beantworten. Die Wahrnehmung von Luxus ist sehr individuell und eng mit persönlichen Dufterlebnissen verbunden. Diese erinnern an vergangene als luxuriös empfundene Erfahrungen und schaffen so eine subjektive Bindung zum Luxusduft.

 

Und wonach duftet ein Familienauto?

Ich habe einen solchen Duft noch nicht kreiert. Aber mein Traum wäre ein Familienauto, das nach Zirkus oder Schwimmbad riecht und die entsprechenden Erinnerungen auslöst.

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Dies ist eine Promotion der Mercedes-Benz Schweiz AG. Die Gewinner werden per E-Mail persönlich benachrichtigt. Die Preise können nicht umgetauscht, nicht auf weitere Personen übertragen und nicht in bar ausbezahlt werden. Teilnahmeberechtigt sind Personen, die das 18. Altersjahr vollendet haben und zur Zeit der Gewinnspielteilnahme in der Schweiz wohnhaft sind. Die Teilnahme ist möglich bis am 31. Oktober 2024. Die Ziehung erfolgt am 01. November 2024. Die technische Durchführung des Gewinnspiels obliegt der Mercedes-Benz Schweiz AG. Das Gewinnspiel basiert auf dem Zufallsprinzip und die Bedingungen und die Durchführung der Ziehung liegen allein im Verantwortungsbereich der Mercedes-Benz Schweiz AG. Von der Promotion ausgeschlossen sind Mitarbeitende der Mercedes-Benz Schweiz AG, der Mercedes-Benz Financial Services Schweiz AG sowie in die Promotion involvierte Unternehmen und Personen sowie deren Angehörige. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Kein Kauf- und Kontrahierungszwang (Kontakt: mercedes-benz@ms-direct.ch).

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