Wer ein Occasionsfahrzeug kauft, ergattert im besten Fall ein neuwertiges Auto zum Gebrauchtwagenpreis. Worauf Sie bei E-Autos achten sollten, um keine bösen Überraschungen zu erleben, erfahren Sie hier.
21. März 2025
Der erste Eindruck zählt. Das gilt auch bei der Begutachtung einer elektrischen Occasion. Auf den zweiten Blick zeigen sich Gebrauchte mit E-Antrieb sogar pflegeleichter als Verbrenner. Es gibt allerdings Aspekte, die beim Kauf eines gebrauchten E-Autos besondere Beachtung verdienen.
Unterschied 1: der E-Antrieb
Das Beste zuerst: Der elektrische Antrieb ist weitestgehend frei von Sorgenpotenzial, da er praktisch verschleissfrei funktioniert. Lediglich die Antriebswellen können gelegentlich für Probleme sorgen, was sich durch Klopfgeräusche beim Anfahren oder Abbiegen sowie durch Vibrationen bemerkbar macht.
Unterschied 2: die Hochvoltbatterie
Das eigentliche Herz eines E-Autos ist die Hochvoltbatterie. Diese will bei elektrischen Gebrauchten genau geprüft werden, da der Stromspeicher einem chemischen Alterungsprozess unterliegt. Nebst den Jahren können weitere Stress-Faktoren dem Akku zusetzen und seine Speicherkapazität verringern – etwa lange Standzeiten mit vollem Akku oder regelmässiges komplettes Voll- oder Entladen. Auch häufiges Schnellladen ist eine Belastung für Akkus.
Moderne E-Autos schützen sich aber – wo möglich – selbst vor zu starker Beanspruchung, indem sie etwa eine zu starke Beschleunigung oder zu schnelles Laden verhindern, wenn der Akku dafür nicht bereit ist. Zudem lässt sich der Zustand des Akkus eindeutig überprüfen: Fachbetriebe wie der TCS bieten Akku-Tests an, die den Zustand der Batterie mit einem Zertifikat belegen. Dieses zeigt anhand des sogenannten «State of Health» (SoH), wie viel der ursprünglichen Akku-Kapazität noch verfügbar ist.
Good News zum Gesundheitszustand
Der SoH nimmt einer aktuellen Studie der Stuttgarter Technologie-Beratungsfirma P3 zufolge weit weniger schnell ab als ursprünglich angenommen: Akkus halten also erwiesenermassen länger als bisher gedacht. Auf den ersten 30'000 Kilometern sinkt der SoH auf rund 95%. Danach halten sich die Akkus der 7000 untersuchten Autos diverser Hersteller erfreulich stabil. Selbst bei Autos mit 200'000 bis 300'000 Kilometern auf dem Tacho liegt der SoH laut Studie im Schnitt noch bei mehr als 87%.