Elektromobilität bedeutet Freiheit. Mit der richtigen Strategie ist Laden nämlich bequemer als Tanken. Wir erklären, wie, wann und wo Sie Ihr Elektroauto am besten laden – und damit auch noch Zeit und Kosten sparen.

 

25. April 2025

 

Ladearten im Überblick

AC? DC? kW? kWh? Die Elektromobilität bringt zahllose Abkürzungen mit sich – und dahinter steckt nicht selten auch noch Physik. Das schreckt viele ab. Aber es gibt gute Nachrichten: So kompliziert ist das alles gar nicht. Wer sich die Grundsätze der Technik aneignet, kann sie im Alltag optimal für sich einsetzen. Die Technik im Auto erweist sich dabei als praktischer Helfer. Und so löst sich nicht zuletzt die Angst, mit leerem Akku liegenzubleiben, im Handumdrehen in Wohlgefallen auf.

AC-Laden (Wechselstrom) ist die gängigste und wirtschaftlichste Art, ein Elektroauto zu laden – perfekt für zu Hause oder den Arbeitsplatz.

Typische Ladeleistung
3,7–22 kW (häufig 11 kW mit Wallbox)

 

Ladezeit
Ein kompletter Ladevorgang dauert, je nach Fahrzeug und Ladeleistung, mehrere Stunden. An einer Wallbox mit 11 kW lädt man pro Stunde 50 bis 75 Kilometer Reichweite nach. 


Optimal für

Laden über Nacht oder während der Arbeit im Büro, also ohne Zeitdruck

Wer schnell laden muss, nutzt DC-Schnellladestationen (Gleichstrom). Diese sind an Autobahnen und Hauptverkehrsrouten zu finden.

 

Typische Ladeleistung

50–350 kW

 

Ladezeit

18–45 Minuten für 80 % Batterieladung

 

Optimal für

Langstrecken, schnelles Nachladen unterwegs

 

Übrigens: Mit dem Netzwerk von MB.CHARGE Public erhalten Mercedes-Benz Fahrer Zugang zu einem der grössten Ladenetzwerke Europas, inklusive High-Power-Charging von IONITY. Allein in der Schweiz stehen dabei rund 13 000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Die maximale Ladeleistung hängt gleichermassen von Fahrzeug und Ladestation ab: Dank seiner 800-Volt-Akku-Technologie kann der neue Mercedes-Benz CLA also theoretisch mit bis zu 320 kW DC laden. So kommen in nur 10 Minuten beeindruckende 325 Kilometer Reichweite in den Akku. Diesen Vorteil kann der CLA aber nur an einer DC-Ladestation ausspielen, die mindestens 320 kW liefert. Natürlich kann er auch an der heimischen Wallbox geladen werden, die bedeutend weniger Leistung abgibt. In diesem Fall wird die Ladeleistung durch die Infrastruktur begrenzt, und der Ladevorgang dauert entsprechend länger. Andersherum kann ein Fahrzeug mit einer maximalen Ladeleistung von 200 kW auch an einer leistungsstärkeren Ladestation nicht schneller laden. Die Ladeleistung wird dann durch das Auto begrenzt.

Strom ist weder sichtbar noch hörbar. Das macht Elektrizität schwer greifbar. Wenn man die gängigen Abkürzungen und Einheiten besser begreifen möchte, hilft ein kurzes Gedankenspiel: Wir stellen uns Strom als fliessendes Gewässer vor. 


Die Spannung wird in Volt (V) angegeben. Sie gibt an, in welchem Gefälle das Gewässer fliesst, also wie viel Druck entsteht. 

 

Mit Ampere (A) wird die Stromstärke beziffert, also ob es sich um einen Fluss wie den Rhein oder um einen kleinen Dorfbach handelt. 


Multiplizieren wir nun die Spannung mit der Stromstärke, so resultiert die elektrische Leistung, die bei der Elektrizität in Watt (W) angegeben wird. Sie sagt aus, wie viel Kraft unser Fluss auf eine Wasserturbine ausüben könnte. Oder eben: Wie viel Leistung die Batterie an den E-Motor abgeben kann. Es handelt sich dabei um eine Momentaufnahme. 


Gerade für die Reichweite eines E-Autos ist es aber entscheidend, wie viel von dieser elektrischen Leistung das Auto auf einer bestimmten Strecke verbraucht und wie viel davon wir im Akku speichern können. Diese Energiemenge wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. 


Ein E-Motor, der konstant 1000 Watt, also 1 Kilowatt (kW) an Leistung, zieht, hat nach einer Stunde eine Kilowattstunde (1 kWh) verbraucht. Dasselbe gilt in der Welt der Elektrizität auch umgekehrt: Eine Ladestation, die eine Stunde lang 22 kW in den Akku lädt, hat schlussendlich 22 kWh geliefert. 

AC und DC stehen für Wechselstrom und Gleichstrom – übrigens auch im Namen der australischen Hardrock-Band AC/DC, die sich von den Produktinformationen auf der Rückseite einer elektrischen Nähmaschine inspirieren liess. Bei Wechselstrom (Englisch: Alternating Current, kurz AC) wechselt der Strom seine Richtung in regelmässigen Zeitabständen. Akkus, auch jene von E-Autos, funktionieren aber mit Gleichstrom (Englisch: Direct Current, kurz DC). Dieser fliesst konstant in eine Richtung. Beim Laden über eine AC-Wallbox wird der Strom im Auto mittels On-Board-Charger zunächst in Gleichstrom umgewandelt, bevor er in den Akku fliesst. Das schont zwar den Akku, braucht aber viel Zeit. Beim Laden mit Gleichstrom an DC-Ladestationen ist keine Umwandlung nötig, was das Laden bedeutend schneller macht.

Sieben smarte Ladetipps für den Alltag‎

Viele Elektroautos laden zwischen 20 und 80 % am effizientesten. Eine vollständige Ladung auf 100 % dauert oft unverhältnismässig lange und beansprucht die Batterie stärker.

Nicht jede Ladestation hat dieselben Preise. Mit Diensten wie MB.CHARGE Public lassen sich Kosten transparent verwalten.

Über Nacht laden

Kostengünstig und bequem.

 

PV-Strom nutzen

Wer eine Solaranlage hat, kann sein Fahrzeug mit eigenem Strom versorgen.

 

App-Unterstützung

Viele moderne Fahrzeuge bieten Apps zur Steuerung der Ladung.

Navi nutzen

Die Mercedes-Benz Navigationssysteme sind wahre Rechenkünstler. Sie können den Stromverbrauch genau berechnen und Ladestopps entsprechend sinnvoll planen. Daher empfiehlt es sich, das Navi auch dann zu nutzen, wenn man den Weg schon kennt.

 

Navi richtig programmieren

Damit das Navi perfekt planen kann, braucht es möglichst viele Infos. So kann beispielsweise auch der gewünschte Ladezustand am Ziel angegeben werden, um Reserven einzuplanen.

 

Mit Zwischenzielen arbeiten

Zwischenziele im Navi helfen, eine Reise richtig zu planen. Wer für einen Termin von Zürich nach Bern und anschliessend wieder zurück fährt, programmiert das am besten von Anfang an direkt ins Navi ein. So kann das System den effizientesten Zeitpunkt für einen Ladestopp ermitteln.

 

App-Unterstützung

Per Mercedes-Benz App können Sie Ziele schon vor der Fahrt an das Fahrzeug senden. Und Sie sehen schon vor dem Aufbrechen, ob und wie lange Sie unterwegs laden müssen.

Kälte und Hitze beeinflussen die Ladegeschwindigkeit. Unser Tipp: Batterie vor dem Laden konditionieren. Bei den E-Autos von Mercedes Benz wird die Vorkonditionierung des Akkus automatisch aktiviert, wenn eine Ladestation als Ziel (oder automatisch eingeplanter Ladestopp) einprogrammiert ist. Selbst wenn Sie den Weg zur Ladestation kennen, sollte sie also im Navi programmiert sein. So erreichen Sie immer die maximal mögliche Ladeleistung.

Die Akkus von E-Autos können bei geringem Ladezustand (dem sogenannten State of Charge, SoC) deutlich mehr Leistung aufnehmen. Bei steigendem SoC nimmt die maximal mögliche Ladeleistung ab. Um unterwegs möglichst schnell zu laden, sollte die Ladesäule also möglichst leer angesteuert werden, was das Navi in der Planung berücksichtigt. Aus diesem Grund kann es, je nach Strecke, auch schneller sein, zwei kurze Ladestopps einzulegen, als einmal bis zu einem hohen SoC zu laden.

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