Wie beginnen Sie Ihren Tag?
Da ich gut schlafe, starte ich ausgeruht in den Tag – zwischen halb sechs und sechs. Jeden Morgen reserviere ich eine Stunde für mich und trinke einen feinen Tee, mache Yoga, höre Musik und habe einfach Zeit für mich. Das ist sehr wichtig. Ich finde den Morgen wertvoll. Morgens ist die schönste Zeit. Alles ist neu. Alles fängt wieder von vorne an. Das ist auch das Schöne an meinem Beruf, dass wir nichts für die Ewigkeit schaffen.
Sie leben mit Ihrer 19-jährigen Tochter zusammen, wie prägt das Ihren Alltag?
Früher habe ich für Emma eine halbe Stunde am Morgen gekocht. Das hat mich sehr glücklich gemacht und erfüllt. Ich betrachte es als meine grösste Lebensaufgabe, dass sie immer grossartige Sachen zum Essen hat. Sie schätzt das auch. Gemeinsam essen ist unsere schönste Zeit. Wir haben in der Küche ein Sofa und einen Küchentisch, da halten wir uns die meiste Zeit auf. Emma und ich sind uns sehr ähnlich, wir haben beide die gleiche Wahrnehmung und sehen die kleinen, schönen Dinge. Wie die Elfen.
Haben Sie Elfen gesagt?
Elfen waren schon immer ein Thema für mich und von mir. Ich bin deswegen auch schon nach Island gereist. Dort existieren sie offiziell. Es gibt dort einen Minister, der ist für Elfen zuständig. Ich mag auch Kristalle, die Reflexionen an die Wand werfen. Wir nennen das Elfendisco. Es sind diese kleinen, schönen Wahrnehmungen, die ich gerne teile und die mich so glücklich machen. Und ich bin froh, wenn andere Leute sie ebenfalls sehen.
Macht Sie diese Wahrnehmung einzigartig?
Früher dachte ich immer, alle anderen sehen dasselbe wie ich. Erst viel später habe ich bemerkt, dass das nicht so ist. Oder vielmehr, dass die anderen das gar nicht sehen wollen. Es bedeutet ihnen schlichtweg nichts. Und ich sehe wahrscheinlich andere Sachen nicht, die ihnen wichtig sind. Mit der Zeit sehe ich immer deutlicher, wie riesig die Unterschiede sind.
Haben Sie auch mal Stress oder einen schlechten Tag?
Ja, natürlich, es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Aber ich kenne mich selbst so gut, dass ich mit so ziemlich allem umgehen kann. Ich mache jeden Morgen Yoga und gehe laufen. Und das gibt mir schon mal ein starkes Gerüst. Wenn der Stress dann aufkommt, bin ich stark und bei mir.
Haben Sie nie Momente, in denen so viel an Sie herangetragen wird, dass es zu viel wird?
Doch, doch. Aber dann ist es für mich das Beste, ich mache einfach ganz normal meinen Alltag weiter. Wenn ich so viel von mir geben muss, freue ich mich auf den Sonntag, wenn ich bei mir oben in der Küche kochen und backen kann. Das tut mir so unendlich gut. Das Kochen, die Produkte, der Umgang mit den Lebensmitteln – das ist für mich Liebe.
Würden Sie sich als glücklichen Menschen bezeichnen?
Absolut. Ich wache manchmal morgens auf und kann es kaum fassen, wie viel Glück im Leben ich habe und wie viele unglaublich tolle Menschen in meinem Leben sind. Ich liebe Menschen, und das Kochen ist der Ausdruck meiner Liebe für meine Mitmenschen. Durch diese Aufgabe bin ich gut gestützt und gesichert, sodass mich nichts wirklich umhauen kann.
Sehen Sie auch das grosse Ganze und die weniger schönen Sachen in der Welt?
Das ist wichtig, um die eigene Bedeutungslosigkeit zu erkennen. Und für mich umso mehr eine Bestätigung, dass ich meinen Kosmos pflegen muss. Meine kleine Welt kann ich beeinflussen. Und durch die Freude, die ich den Leuten gebe, kann ich kleine Veränderungen herbeiführen. Aus sich heraus wirken und die Welt aus sich heraus verbessern, lautet mein Credo.
Waren Sie schon immer so ausgeglichen?
Früher nicht. Ich war sehr harmoniebedürftig, fast schon harmoniesüchtig. Ich habe jeden Konflikt gemieden, habe dann aber gemerkt, dass ein grosser Teil des Erwachsenenlebens mit Konfliktbewältigung und Problemlösung zu tun hat. Das ist auch im Betrieb ein grosses Thema, weil Mitarbeitende Konflikte scheuen und nicht über Probleme reden. Gerade bei den Abläufen, die wir haben, kann man nichts aussitzen. Man muss es besprechen.
Was würden Sie einer Frau raten, die am Anfang ihrer Karriere steht?
Sich nicht zu vergleichen – nicht mit anderen Frauen, nicht mit Männern. Bei sich bleiben und an sich selbst glauben und niemals an sich zweifeln.
Dieses Interview findet in Kooperation mit der Initiative She’s Mercedes statt, weshalb uns Tanja Grandits Fragen zur Marke Mercedes-Benz und Autos allgemein beantwortet hat.
Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen der Marke Mercedes-Benz und sich selbst?
Bei der Qualität der Autos, der Qualität unserer Produkte, der Qualität des Handwerks. Und wir haben beide schwäbische Wurzeln. Ich bin auf der schwäbischen Alb aufgewachsen. Mercedes-Benz gehört für mich zu meinem schwäbischen Denken dazu, weil viele Männer in meinem frühen Umfeld bei Mercedes-Benz gearbeitet haben.
Welches war Ihr erstes Auto?
Mein erstes Auto war ein Fiat Panda in Mintgrün. Ich bin damit überall hingefahren. Es bedeutete für mich die absolute Freiheit und Unabhängigkeit, ein neues Lebensgefühl!
Wie ist Ihr Verhältnis zum Auto?
Ich bin nicht autoaffin und habe immer behauptet, ich könne nicht fahren. Heute glaube ich, ich habe damit kokettiert. Als Emma mit dem Reiten begonnen hat, bin ich über meinen Schatten gesprungen. Und siehe da, das Fahren ging wunderbar. Jetzt fahre ich mit einem Riesenauto und mit dem Pferd und Emma stundenlang in der Gegend herum.
Text: Simone Liedtke für Women in Business (Magazinausgabe März 2025)