Philipp Seiler fertigt Pferdesättel nach Mass. Aus Leder und in reiner Handarbeit. Wir haben den Sattelbauer in Herisau mit einer S-Klasse mit MANUFAKTUR Ausstattung besucht – und sie seinen prüfenden Händen und Augen überlassen.

 

22. Mai 2025

 

Der Geruch von Leder ist subtil, aber unverkennbar. Ein olfaktorisches Synonym für Qualität, Luxus und Behaglichkeit. Er begleitet uns auf dem Weg nach Herisau in der S-Klasse Limousine mit MANUFAKTUR Ausstattung. Und er ist das Erste, was wir in der Werkstatt der dortigen Sattel-Manufaktur la belle einatmen. 

 

Pferde, Polster, Perfektion

Eine Alternative zu Leder sieht Sattelbauer Philipp Seiler für sein Handwerk derzeit nicht. Das natürliche Material sei atmungsaktiv, robust und langlebig. Ideal also für den Bezug eines Pferdesattels. «Der Sattel ist die Verbindung zwischen Pferd und Reiter», sagt Seiler, der selbst auch als Springreiter aktiv ist. Reiten ohne Sattel sei eigentlich kaum möglich. «Der Sattel gibt Halt und verteilt die Last des Reiters gleichmässig auf dem Pferderücken.» Er muss also für Pferd und Reiter perfekt passen. «In einem unserer Sättel stecken rund 20 bis 25 Stunden Arbeit.» Seilers Pferdesättel-Firma la belle ist eine echte Manufaktur. Hier entstehen individuelle Einzelstücke, mass- und passgenau für die zwei- und vierbeinigen Kunden angefertigt – in Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail. So wie es auch in der MANUFAKTUR von Mercedes-Benz geschieht. Im Individualisierungsprogramm von Mercedes-Benz entstehen auf Basis der Serienmodelle durch Geschick, Handwerkskunst und Hingabe echte Einzelstücke – ganz nach Kundenwunsch. 

Bevor Seiler mit seinem Tagwerk beginnt, stattet er Ross und Reiter jeweils einen persönlichen Besuch ab. Dabei nimmt er nicht nur Grösse und Gewicht des Kunden auf. «Viele Menschen haben zum Beispiel eine etwas schräge Hüfte. Auf solche Details achte ich.» Auch den Pferderücken vermisst der Fachmann exakt. Und zwar mit einem flexiblen Messstab, mit welchem er die Konturen des Rückens aufnimmt und anschliessend manuell auf Papier überträgt. «Es gibt zwar auch digitale Messmethoden. Die sind aber für unsere Einsatzzwecke zu ungenau und unzuverlässig», erklärt Seiler. Auf die gemessenen Werte wird schliesslich der Sattel abgestimmt. Und natürlich auch auf den Einsatzzweck: Springreiten, Dressurreiten oder einfach nur ein Sattel für den gemütlichen Ausritt übers Feld? Jede Disziplin erfordert einen speziellen Sattel, der dem jeweiligen Zweck gerecht werden soll. In diesem Punkt zeigt sich der Massagesitz in einer S-Klasse flexibler. Welches Programm für welche Fahrt das passende ist, kann auf jeder Reise neu ausgewählt werden. Zudem stellt er sich auf Wunsch auch automatisch auf Grösse und Statur des Fahrers ein. Hinten rechts lädt die Liegefunktion gar zu einem Nickerchen ein. 

 

Des Sattels Kern

Jeder Sattel basiert auf einem sogenannten Sattelbaum aus Buchen- oder Birkenholz. «Den Holz-Stahlfeder-Baum beziehen wir von einer Schweizer Wagnerei», berichtet Sattler Seiler, während er sich daran macht, einen solchen Baum zu «spannen». In diesem Arbeitsschritt bezieht er den Sattelbaum mit Gurten, die einem Sicherheitsgurt im Auto ähneln. So erhält der Baum eine Spannung, die dem Sattel später den gewünschten Tiefpunkt und Halt ermöglicht: Komfort für Pferd und Reiter. Mit mehreren hundert Kilogramm Zug werden die Gurte schliesslich fixiert. «Die Maschine dafür haben wir eigens kreiert und anfertigen lassen.» Abgesehen davon hat sich das Grundprinzip des Sattelbaus über die Jahre kaum verändert.

Gut gepolstert

Frisch bespannt wird der Sattelbaum aufgepolstert und mit Leder bezogen. Der Aufbau ähnelt also im Grunde jenem eines Autositzes. Nur dass das Grundgerüst eines Sattels nicht elektrisch verstellbar ist und auch nicht mit Sicherheits- und Komfort-Features wie Airbags, Massage oder Heizung daherkommt wie in der S-Klasse. Umso wichtiger ist eine passende Polsterung für Pferd und Reiter. Für den Reiter wird der Sattel mit Naturkautschuk und Schaumstoff aufgepolstert. Diesen muss der Sattelbauer mit Augenmass in die perfekte Form bringen, ebenfalls in Handarbeit. Seilers langjährige Erfahrung zahlt sich in solchen Arbeitsschritten besonders aus. Auf der «Pferdeseite» kommt Wolle zum Einsatz. «Hier verwenden wir Schweizer Schafwolle aus Amriswil», erklärt er.

 

Faltenfreie Rundungen

Für den Sattelbezug verwendet la belle ausschliesslich Rinds- und Kalbsleder. Grösstenteils aus Italien, Deutschland und teilweise auch aus der Schweiz. «Schweizer Leder findet man kaum noch, da es in der Schweiz nur noch sehr wenige Gerbereien gibt», erklärt Seiler. Nebst der hohen Qualität des Leders ist auch die richtige Verarbeitung entscheidend für einen hochwertigen und langlebigen Bezug. Je nach Sattelmodell und Stelle kommt Naturleder oder doubliertes Leder zum Einsatz. Eine doppelte Lederschicht für besonders hohe Beanspruchung. Die grösste Herausforderung stellen aber die belederten Rundungen dar, zum Beispiel am hinteren Ende der Sitzfläche. «Hier arbeiten wir mit nassem Leder. Ausserdem brauchen wir für diese Bereiche besonders weiches Leder.» So schafft es la belle, diesen Bereich des Sattels glatt und ohne die sonst typischen Falten zu beziehen. «Diese sorgfältige Arbeitsweise ist unser Markenzeichen», sagt Philipp Seiler stolz.

Qualitätsvergleich

Als wir uns nach getaner Arbeit in die S-Klasse mit MANUFAKTUR-Ausstattung setzen, haben es Seiler nicht die goldenen Embleme, das Speziallenkrad oder die gestickten Schriftzüge angetan. Nein, der Experte nimmt natürlich zuerst die Ledersitze genau unter die Lupe. Und ist voll des Lobes: «Das ist sehr präzise verarbeitet.» Auch in den komplexen Rundungen der Sitzkonstruktion findet er keine Falten, weil eben auch die Fachleute der MANUFAKTUR darauf achten, die richtige Lederdicke an der richtigen Stelle einzusetzen. Die Nähte sind exakt gezogen, das Leder makellos. «Bei einem Autositz ist die Materialbelastung durch das ständige Ein- und Aussteigen hoch», erklärt Seiler. «Deshalb wird das Leder hier geschliffen und versiegelt.» Beim Pferdesattel ist das nicht der Fall. Der sollte deshalb wöchentlich mit warmem Wasser und Sattelseife gereinigt und anschliessend eingefettet werden. So hält das mindestens 5000 Franken teure Einzelstück gut und gerne 10 bis 15 Jahre. 

 

Auch die perfekte Polsterung im Fond der S-Klasse erntet Anerkennung vom Sattel-Fachmann. Doch um den Tag ausklingen zu lassen, schwingt er sich dann doch lieber auf sein Pferd. Sein idealer Ausgleich zur Arbeit in der Werkstatt. Und die wird ihm und seinem Herisauer Sattlerteam so schnell nicht ausgehen: Die Lieferfrist für einen Pferdesattel von la belle beträgt drei bis vier Monate. Die Auftragsbücher sind also voll, denn hochwertige Materialien und leidenschaftlich ausgeführtes Handwerk sind gefragt – bei Pferdesätteln ebenso wie bei den Sonderausstattungen aus der MANUFAKTUR von Mercedes-Benz.

 

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