Wegbereiter des Sprinter: Der legendäre Mercedes-Benz T 1.

Als neu entwickeltes Modell wird der T 1 Ende der 70er-Jahre schnell zum Bestseller. Unzählige Ausführungen und Motorisierungsoptionen etablieren eine Flexibilität, die bis heute nachwirkt.

Geburtsstunde eines Pioniers.

Als Mercedes-Benz im Januar 1967 mit der Baureihe 309 (später T 2 genannt) den Nachfolger des L 319 vorstellt, ist die Ära der Nachkriegstransporter beendet. Grösser und stärker als ein Lieferwagen, wendiger und leichter als ein Lkw: Die sogenannten Düsseldorfer Modelle stossen in eine Marktlücke vor und geben in ihrem Segment von Anfang an den Ton an. Als Weiterentwicklung des Grosstransporters sehnt sich der Zeitgeist zehn Jahre später nach noch mehr Individualität. Es ist die Geburtsstunde des T 1, der mit seiner erweiterten Einsetzbarkeit den Weg der Mercedes-Benz Transporter in die Zukunft bereitet.

Der Bestseller aus Bremen.

Beginn dieser Laufbahn ist das Jahr 1977. Der T 1, damals noch TN (Transporter Neu) genannt, rollt von Anfang an dank hoher Nachfrage in grosser Stückzahl vom Band des Bremer Werks. Im eher umgangssprachlichen Gebrauch wird er oft als „Bremer“ oder „Bremer Modell“ bezeichnet. Noch bis 1984 wird der Transporter in Bremen gefertigt, ehe er bis 1995 im Werk in Düsseldorf hergestellt wird. In den 18 Jahren seiner Produktion werden an den beiden Standorten zusammen knapp eine Million Exemplare ausgeliefert, was den T 1 zum bis dato erfolgreichsten Mercedes-Benz Transporter macht.

Generationentreffen.

 

Mercedes-Benz L 319, Mercedes-Benz T 1 und Mercedes-Benz T 2.

Meister der Verwandlung.

Dass der T 1 ein wahrer Kassenschlager wird, ist nicht zuletzt auf seine unzähligen Ausführungen zurückzuführen. Egal ob als Kleinbus, Kombi oder Kastenwagen, ob mit oder ohne Pritsche: Der „Bremer“ weiss schon damals unterschiedlichste Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Auch die Motorisierung spiegelt diese Art der Flexibilität wider. Ab Werk ist der Transporter entweder mit Diesel- oder mit Ottomotor erhältlich. Die Leistungsspanne reicht dabei vom 207 Diesel mit 65 PS bis zum 210 Benziner mit 105 PS. Getreu seinem Pioniergeist, kann der T 1 ab 1978 sogar mit vollelektrischem Antrieb bestellt werden. Die Kleinserie wird hauptsächlich von Grosskunden wie der Deutschen Bundespost genutzt.

Fahrzeugsteckbrief T 1 310 D

 

 Produktionszeitraum  

    1988–1995

 Vorgängermodell   Düsseldorfer Transporter (T2)
Nachfolgemodell   Sprinter
Bauformen   Kastenwagen, Kombi, Kleinbus, Pritschenwagen, Kipper und Chassis
 Hubraum  

2.874 cm³

Leistung   70 kW (95 PS)
Länge   5.350 mm
Breite   1.980 mm
Höhe   2.450 mm
Nutzlast   bis 1,5 t
Zulässiges Gesamtgewicht   3,5 t

Zurück zu den Wurzeln.

1977 wurde ein wichtiger Meilenstein für die Erfolgsgeschichte von Mercedes-Benz gelegt: Die neue Transporterbaureihe für 1-2 Tonnen Nutzlast kam auf den Markt und entpuppte sich als echter Verkaufsschlager. Die klare Vision des damaligen Designers Stefan Heiliger führte zur prägnanten Linienführung des Pioniers. Durch eine Pfeilform wurde das Konzept des Schnelltransporters optisch aufgegriffen und konnte sich bis heute durchsetzen.

Drei Fragen an den Designer Stefan Heiliger.

   

    1. Kann man den T 1 aufgrund seines Designs als Pionier bezeichnen?
    Wenn man den T 1 als Pionier bezeichnen wollte, dann in der Hinsicht, dass er eine neue Symbolsprache realisiert hat, die sich bis heute durchgezogen hat. Man hat bereits damals erkannt, dass das eine Sprache ist, die man auch noch nach 50 Jahren spricht und versteht.

   

2. Inwiefern hat der T 1 das Design des Sprinter geprägt?
Die Grundidee des T 1 – der Pfeil – ist auch beim Sprinter noch sichtbar. Die Idee hat sich damals festgesetzt und ihre Wirkung nicht verloren.Sie wurde zum prägenden Merkmal für diese Transporter-Klasse.

    3. Kann man den T 1 als Grundpfeiler des Erfolgs der Mercedes-Benz Vans
bezeichnen?
Als erfolgreich kann man die symbolische Grundidee des Designs bezeichnen. Denn diese war offenbar gewollt und sie ist, wie gesagt, bis heute lesbar und verständlich. Und das ist wohl ein Merkmal für Erfolg.

Eine Schnauze prägt die Zukunft.

Das Design des T 1 war besonders stilprägend. Der renommierte Industriedesigner Stefan Heiliger verantwortet damals die eckige Linienführung des „Bremers“. Als ersten Mercedes-Benz Transporter stattet er den T 1 mit einer auffällig herausstehenden Schnauze aus und grenzt damit das Aussehen des Transporters von dem seiner Vorgänger ab. „Die herausstehende Schnauze ist konstruktionsbedingt entstanden. Das war sozusagen Voraussetzung, denn der Motor befand sich vorne und benötigte Platz“, erläutert Stefan Heiliger. Diese gestalterische Revolution fand ein starkes Echo, das bis ins Jetzt nachhallt. 1995 übergibt der T 1 schliesslich sein über die Jahre etabliertes technisches Grundkonzept an das nächste grosse Aushängeschild von Mercedes-Benz Vans: den Sprinter. Und so endet die eine Erfolgsgeschichte mit dem Beginn einer neuen.

Gern gesehen.

Der T 1 in der besonders beliebten Ausführung als Kastenwagen mit Hochdach.    

Der Schnauze nach.

Der T 1 war der erste Mercedes-Benz Transporter mit vorstehender Motorhaube.    

Der Allrounder.

Auch als Werkswagen wurde der T 1 gerne und oft eingesetzt.

Fotos:

Fabian Freitag

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

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