Mercedes-Benz made in Switzerland

Die Schweiz baut zwar keine eigenen Autos (mehr), aber dennoch gibt es rund 600 Unternehmen, die als Zulieferer für die Automobilindustrie tätig sind – unter anderem auch für Mercedes-Benz. 

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November 2020


Das Auto mobilisiert – auch die Schweizer Wirtschaft. Für sie ist die Automobilindustrie ein wichtiger Motor. Die Branche beschäftigt hierzulande rund 226 000 Menschen in 19 800 Betrieben (Stand 2018). Über 2 Prozent aller beschäftigten Personen in der Schweiz arbeiten also direkt oder indirekt für die Automobilindustrie. So zählt alleine Mercedes-Benz Schweiz zu den 100 umsatzstärksten Unternehmen im Land und beschäftigt insgesamt 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Standorten.

Werkplatz für die Elektromobilität

In der Schweiz selbst werden zwar keine Automobile produziert, es gibt aber viele heimische Unternehmen, die als Zulieferer für die internationale Autoindustrie tätig sind – auch für Mercedes-Benz. Insgesamt arbeiten 574 Schweizer Unternehmen als Zulieferbetriebe für die Autoindustrie. Die Produkte sind vielseitig und reichen von Hard- bis Software. Oft sind es innovative Komponenten, die der Nachhaltigkeit dienen. Viele Unternehmen fertigen Produkte für die Elektromobilität.

Die Zulieferbranche beschäftigt in der Schweiz rund 34 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; das sind etwa halb so viele Personen, wie für die Uhrenindustrie tätig sind. Alleine im Inland setzen diese Unternehmen pro Jahr 12,3 Milliarden Franken um. Hauptmarkt für die Schweizer Zulieferindustrie ist Deutschland: Rund 80 Prozent aller Produkte gehen an deutsche Automobilkonzerne.
 

Fünf Porträts von Schweizer Zulieferfirmen:
 

Autoneum Holding AG
2011 als Spin-off des Rieter Konzerns selbständig geworden, gehört Autoneum heute zu den führenden Herstellern von Akustik- und Hitzeschutz für Fahrzeuge. Mit der Verkapselung von Motoren gegen Lärm halten Dämmmaterialien von Autoneum äussere Einflüsse fern, um das Geräuschklima im Passagierraum so angenehm wie möglich zu machen.  

Schalltoter Raum für Akustikmessungen, © Autoneum Holding AG.

Schalltoter Raum für Akustikmessungen, © Autoneum Holding AG.

TE Connectivity Ltd.
TE Connectivity Automotive gehört im DACH-Raum zu den zehn grössten Automobilzulieferern. Das auf Steckerverbindungen und Sensoren spezialisierte Tech-Unternehmen produziert Komponenten, die auch in verschiedenen Mercedes-Benz Modellen zum Einsatz kommen.

Feintool System Parts Lyss AG
Das Berner Unternehmen ist spezialisiert auf das Feinschneiden von Metallen. Bei diesem Fertigungsverfahren können hochpräzise Metallteile geschnitten werden, die auch in Autos verbaut werden, zum Beispiel für Rotorträger in Plug-in-Hybrid-Modellen.


Alpiq Holding AG
Mercedes-Benz arbeitet gleich mehrfach mit dem Schweizer Energieunternehmen Alpiq zusammen – sei es als Partner des Schnellladenetzwerks IONITY oder bei der Installation von Wallboxen, der stationären Ladestation für zuhause. Ausserdem wurde zwischen Alpiq und Batteriehersteller Mercedes-Benz Energy eine Liefervereinbarung abgeschlossen, die für ausgemusterte Batterien ein zweites Leben in der Industrie vorsieht.  

Modelle von Batteriespeichersystemen.

Modelle von Batteriespeichersystemen, © Alpiq Holding AG.

EMS-Chemie Holding AG
Im Fahrzeugbau spielt der Faktor Gewicht eine grosse Rolle. Da kommt es auf jedes Gramm an. Wo Metalle vermieden werden können, kommt Kunststoff zum Einsatz. Die Bündner Firma EMS stellt Polyamid-Granulate her, die beispielsweise im Fahrzeug-Cockpit zum Einsatz kommen.  

In der Produktion der Bündner Firma, © EMS-Chemie Holding AG.

In der Produktion der Bündner Firma, © EMS-Chemie Holding AG.