Sommerzeit ist Reisezeit: So wird dir beim Autofahren nicht mehr schlecht

Serpentinen, kurvenreiche Passstrassen oder lange Autobahnfahrten: Für viele Kinder, aber auch für Erwachsene ist die Reiseübelkeit ein Albtraum. Daimler forscht an diesem Thema und hat erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Wir geben dir nützliche Tipps gegen die in der Fachsprache genannte Kinetose.

9. Juli 2021

Schöne Ferien fangen anders an als mit Übelkeit, Schwindel oder Apathie. Besonders Kinder leiden an der Reisekrankheit, die nicht nur im Auto vorkommt, sondern ebenfalls im Flugzeug, auf dem Schiff oder in der Bahn. Man spricht von der sogenannten Kinetose, wenn durch eine Störung des Gleichgewichtssinns der Körper auf ungewohnte Bewegungsmuster reagiert.
 

Kinetose ist weit verbreitet. Die Symptome sind dabei sehr unterschiedlich: Während den einen übel oder schwindelig wird, macht die Reisekrankheit andere müde, abgeschlagen, desinteressiert oder sie leiden unter Kopfschmerzen. In extremen Fällen kann es sogar zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen. Wer glaubt, dass es sich dabei um ein modernes Phänomen handelt, wird überrascht sein, dass bereits 200 v. Chr. in Aufzeichnungen diese physiologische Reizreaktion erwähnt wurde.
 

Wie entsteht die Reisekrankheit?

Eine der gängigsten Theorien geht davon aus, dass es zur Reiseübelkeit kommt, wenn unser Gehirn unterschiedliche Signale der Sinnesorgane erhält, also widersprüchliche Informationen zur räumlichen Lage und zu den Bewegungen, denen der Körper ausgesetzt ist. Blickt man beispielsweise aus dem Seitenfenster eines fahrenden Autos, liefern die Augen dem Gehirn die Information einer Bewegung. Unser Gleichgewichtssinn merkt von dieser Bewegung jedoch nichts, da wir fest angegurtet im Auto sitzen.


Kinder vom zweiten bis etwa zum 13. Lebensjahr sind deshalb so anfällig für Kinetose, weil sich ihr Gleichgewichtsorgan noch im Wachstum befindet und der Wahrnehmungsapparat bei Kindern besonders sensibel reagiert. Die gute Nachricht: Mit dem Alter lässt die Anfälligkeit bei Betroffenen nach, aber ganz verschwindet sie leider nie.
 

Daimler forscht

Daimler hat sich diesem Problem angenommen und nach Lösungen gesucht. Bereits in der frühen Produktentwicklungsphase werden bekannte Aspekte der Kinetose-Vermeidung analysiert. Berücksichtigt werden dabei unterschiedliche Faktoren, welche Reiseübelkeit begünstigen können. Zum Beispiel: Welche physikalischen Kräfte wirken auf die Passagiere? Wie ist die Innenraum-Temperatur? Spielt die Luftqualität an Bord eine Rolle? Haben Lichtverhältnisse bei Nachtfahrten einen Einfluss? Mit solchen Fragen haben sich die Daimler-Forscherinnen und -Forscher beschäftigt – und dabei überraschende Erkenntnisse gewonnen, zum Beispiel über die Sitzposition.

Projektleiter Dominique Bohrmann während der Daimler-Tests.

Projektleiter Dominique Bohrmann während der Daimler-Tests.

Liegen statt sitzen

„Lehn dich zurück!“, so das Fazit der Wissenschaftsgruppe. Die liegende Position hat während der Daimler-Tests bedeutend seltener zu Reisekrankheit geführt. Die Liegeposition reduziert die Kinetose-Reize, da die aktive Kopfstabilisation bei einer flachen Neigung der Lehne verringert wird. In der S-Klasse gibt es darum mit den Executive-Sitzen ein entsprechendes Angebot: Im Fond lässt sich eine Liegeposition von bis zu 43,5 Grad Lehnenneigung einstellen.

Liegen statt sitzen in der neuen S-Klasse.

Liegen statt sitzen in der neuen S-Klasse.

Was tun, wenn man keine S-Klasse fährt und trotzdem von der Reiseübelkeit geplagt wird? Es gibt nützliche Tipps, wie man schon im Vorfeld dafür sorgen kann, dass die Risiken einer Reisekrankheit minimiert werden können.


So beugst du der Reiseübelkeit vor

  • Alkohol vermeiden, auch am Vortag!
  • Wenig Koffein! Zu viel Kaffee oder Schwarztee fördert die Reisekrankheit.
  • Leichtes Essen! Ein schwerer Magen rumpelt eher als einer, der mit leichter Nahrung reist. Allerdings auch nicht mit nüchternem Magen ins Auto steigen.
  • Vorne sitzen! Sollte das nicht möglich sein, wähle den mittleren Platz im Fond.
  • Fahre selbst! Wer kann, sollte sich selbst hinters Steuer setzen. Dem Fahrer wird normalerweise nicht übel. Der Grund: Sein Blick ist konstant auf die Strasse gerichtet.


So vermeidest du während der Fahrt Kinetose

  • Schaue nach vorn durch die Frontscheibe, nicht aus dem Seitenfenster.
  • Fokussiere deinen Blick auf den Horizont, der deinen Augen eine feste Orientierung gibt.
  • Konzentriere dich auch als Beifahrer auf den Verkehr; das lenkt das Gehirn ab.
  • Pause machen, mindestens alle zwei Stunden. Dabei solltest du dich etwas bewegen, frische Luft tief einatmen und entspannen.
  • Meditieren! Es gibt viele Meditationsübungen sowohl aus Apps als auch aus Podcasts.
  • Während der Fahrt zu lesen oder sich zum Beispiel mit dem Handy zu beschäftigen, kann die Symptome der Reiseübelkeit verstärken.


Was tun, wenn die Reiseübelkeit zugeschlagen hat?

  • Gegen Übelkeit empfiehlt die Hausapotheke Ingwer. Dessen antiemetische Wirkung lindert Übelkeit. Trinke beispielsweise frisch aufgebrühtes Ingwerwasser oder kaue direkt auf einem kleinen Stückchen der Knolle.
  • Wenn du erste Anzeichen wie Schwindel, leichte Kopfschmerzen oder verstärkten Speichelfluss wahrnimmst, solltest du sofort reagieren. Es hilft, sich flach auf den Rücken zu legen und die Augen zu schliessen.
  • Wer unter der Reisekrankheit leidet, sollte die Fahrt möglichst schlafend verbringen. Im Schlaf ist der Gleichgewichtssinn weitgehend ausgeschaltet; ausserdem fallen die visuellen Eindrücke weg.


Und für den Fall, dass unsere Tipps leider doch nicht geholfen haben und sich ein Mitfahrer im Auto übergeben muss, sollte man zuerst den Gurt reinigen. Denn kommt die Verunreinigung erst in die Gurtrolle, ist das kaum noch zu reinigen.


Gegen den hartnäckigen Geruch hilft nur langes Lüften oder eine Innenraumreinigung mit Spezialreinigungsmittel. Unsere Mercedes-Benz Vertragspartner helfen gerne weiter.