Schweizer Strom: saubere Energie für Elektromobile

Die Schweiz ist ein Energieland. Nirgendwo fährst du mit einem vollelektrischen Fahrzeug ökologischer als hier. Rund zwei Drittel des Stroms schöpft die Schweiz aus erneuerbarer Energie.

26. Februar 2021

Die Produktion eines elektrisch betriebenen Autos ist zurzeit noch mit einem höheren CO2-Ausstoss verbunden als die eines vergleichbaren Modells mit traditionellem Antrieb. Umso entscheidender ist die Art der Energie, die ein Elektroauto antreibt. Im Idealfall wurde der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen. 
 

Grüne Energie ist in der Schweiz zum Glück keine Mangelware, sondern Standard. «Rund zwei Drittel des Strombedarfs der Schweiz werden aus erneuerbaren Energiequellen, in erster Linie mit Wasserkraft, erzeugt», weiss Stefan Linder, Leiter Technologie und Innovation beim Energieunternehmen Alpiq. Ein weiteres Drittel unseres Stroms stammt aus der Kernkraft. Verschwindend klein ist der Anteil an fossilen Energiequellen (2,6 Prozent). 

 

Wasserschloss Schweiz 

Die grösste genutzte Energiequelle des Landes ist und bleibt das Wasser. Rund 1300 grössere und kleinere Wasserkraftzentralen produzieren den Strom, der 56 Prozent unseres Bedarfs deckt. In Zahlen: Von den rund 60 Terawattstunden (TWh) Jahresverbrauch werden ungefähr 37 TWh aus Wasserkraft produziert. «Die Kapazität von Wasserkraftwerken kann aber kaum mehr ausgebaut werden, weil alle idealen Standorte bereits genutzt werden», erklärt Linder. 

Flusskraftwerk Ruppoldingen, Foto: Alpiq AG.

Flusskraftwerk Ruppoldingen, Foto: Alpiq AG.

Flusskraftwerk Ruppoldingen, Foto: Alpiq AG.

Flusskraftwerk Ruppoldingen, Foto: Alpiq AG.

Rund 5 Prozent unseres Stroms stammt aus der Sonnenenergie, Tendenz steigend. So entsteht beispielsweise im Sommer 2021 auf der Muttsee-Staumauer in den Glarner Alpen auf über 2500 Metern über Meer eine 10 000 Quadratmeter grosse Solaranlage mit 5000 Modulen. Sie soll Strom für über 700 Haushalte erzeugen. 

 

Gemeinsam in die Energiezukunft

«Der Nachteil der Solarenergie im Speziellen ist aber, dass sie hauptsächlich im Sommer zur Verfügung steht, dann also, wenn wir bereits heute zu viel Strom in der Schweiz produzieren», sagt Linder. Dass erneuerbaren Energien die Konstanz fehlt, ist ein Grund, warum sich die Schweiz und Europa auch künftig stärker vernetzen müssen. «Wie bei der Mobilität, auch die stoppt ja nicht an den Grenzen.»

 

Mit Hochdruck arbeiten die Energieproduzenten an langfristigen Optionen. Stefan Linder ist überzeugt: «Wir müssen gesamteuropäisch denken und handeln. Die Schweiz hat flexibel einsetzbare, nachhaltige Wasserkraft, die zur Versorgungssicherheit in ganz Europa beitragen kann.» Alpiq investiere aber auch in neue erneuerbare, Wind- und Solarenergie. Ausschlaggebend sei die Effizienz einer Anlage, egal, ob sie in der Schweiz oder in Schweden stehe. 

 

Was wäre, wenn … 

... plötzlich viel mehr Menschen in der Schweiz vollelektrische Autos fahren wollen? Gemäss der Forschungsanstalt Empa wäre das für die Energieversorgung kein Problem. Eine Studie von 2018 zeigt: Wenn 20 Prozent der gefahrenen Kilometer im Strassenverkehr mit E-Mobilität ersetzt würden, nähme die Stromnachfrage um 3,7 TWh pro Jahr zu. Das entspricht etwa 6 Prozent des heutigen jährlichen Strombedarfs der Schweiz. 

 

Wie der Energiebedarf der kommenden Jahre aussehen wird, wissen Spezialisten wie Stefan Linder genau: «Bis 2030 wird die Stromnachfrage ungefähr auf gleichem Niveau bleiben – bis 2025 könnte sie sogar leicht sinken. Ab 2030 erwarten wir einen sehr starken Anstieg. Ein Haupttreiber ist nebst der zunehmenden Elektromobilität die Umstellung der Heizungen von fossiler Energie auf Wärmepumpen.»

 

Die Speicherfrage

«Das grösste Problem ist nicht die Leistung der Energiegewinnung, sondern die Verfügbarkeit zur richtigen Zeit. Die Schweizer Speicherkraftwerke wie Grande Dixence können zwar gesamthaft eine Energiemenge von bis zu etwa 9 TWh speichern, doch das alleine reicht nicht für eine konstante, autarke Stromversorgung», klärt Linder auf. Was tun? Diese Frage beschäftigt seit Jahrzehnten die klügsten Köpfe. «Meiner Meinung nach wird Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Er ermöglicht die nachhaltige Nutzung von Überschussmengen in Sektoren, die nicht durch Elektrifizierung vollständig dekarbonisiert werden können. Beispiele sind Stahl-, Düngemittel- und Zementindustrie, aber auch der Schwerverkehr.» Das Problem von Stromdefiziten bleibt aber bestehen – vor allem im Winter. Sehr grosse zusätzliche saisonale Umlagerungen vom Sommer in den Winter seien durch Speicher weder ökonomisch noch effizient zu bewerkstelligen, meint Linder. «Dieses Problem wird noch für intensive Diskussionen sorgen, aber wir werden es lösen.»

Stausee Grande Dixence, Foto: Alpiq AG.

Stausee Grande Dixence, Foto: Alpiq AG.

Green und Home Charging

Wer Strom für sein Elektrofahrzeug tankt, weiss oft nicht, wie dieser produziert wurde. Wenn du ein vollelektrisches Mercedes-Benz EQ Modell fährst, kannst du das selber bestimmen. Die Mercedes me App und dein MBUX-Navigationssystem zeigen dir rund 175 000 Ladestationen in ganz Europa, an denen Mercedes-Benz den von dir bezogenen Strom mit zertifiziertem Ökostrom ersetzt. 

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