Das Cocooning ist von einem Phänomen zum festen Bestandteil der Gesellschaft geworden. Was Kritiker zunächst als Egotrend bezeichneten, ist mittlerweile Mainstream. Cocooning hilft dabei, Energie für den Alltag zu tanken – auch im Auto.
14. Juni 2024
Wer an manchen Wochentagen und zu bestimmten Zeiten ausgesuchte Läden betritt, der staunt: Angenehme Ruhe herrscht, dazu gedämmtes Licht, keine Spur von Hektik. Ob diese «stillen Stunden», der ungebrochene Einrichtungshype, das Homeoffice oder #Vanlife – der Wunsch, dem viel diskutierten Alltagsstress zu entgehen und abseits von Menschenmassen tief Luft zu holen, durchzieht alle Lebensbereiche. Und wird dank Mercedes-Benz auch auf vier Rädern erfüllt.
Bleiben Sie zu Hause!
Faith Popcorn prägte bereits in den 1980er-Jahren den Begriff «Cocooning». Die US-amerikanische Zukunftsforscherin und Autorin definierte den Begriff als «das Bedürfnis, sich vor der rauen, unberechenbaren Realität der Aussenwelt zu schützen». Auch damals war dieses Phänomen schon eine Reaktion auf die zunehmende Komplexität und Unsicherheit der postmodernen Welt. Und spätestens mit Corona breitete sich «Cocooning» in allen Gesellschaftsschichten aus, wurde ja zwischenzeitlich gar verordnet: Mit «Bleiben Sie zu Hause!» sprachen Gesundheitspolitiker introvertierten Personen, neudeutsch «Drinnies», aus der Seele. Und nahmen auch anderen den Druck der «Fear of missing out». Das Zuhause mutierte zur global anerkannten Bastion der Gemütlichkeit, Sicherheit und Gesundheit. Popcorn schreibt 2020: «Die Menschen stellen fest, dass ihr Zuhause alles sein muss: Büro, Fitnessstudio, Restaurant, Kunststudio. Es ist unser Ground Zero für Bildschirme, Apps, Streaming – unsere neue Welt.» Und sie wagt einen Blick in die Zukunft: «Dieses Leben im Haus wird unsere neue Normalität sein. Und unsere Cocoons werden nicht stationär sein. Sie werden fahrerlose Gondeln sein – ein Mikroapartment oder eine Mini-Hotelsuite auf Rädern –, die uns für einen Tapetenwechsel herumkutschieren, damit wir unserem Fernweh freien Lauf lassen können.»