Beim Autokauf stehen der Kaufpreis oder die monatliche Leasingrate im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dabei müsste es eigentlich um die sogenannten «Total Cost of Ownership», kurz «TCO», gehen. Und die sprechen klar für ein Elektroauto.

 

28. Juli 2025


Was kostet ein Auto? Die Antwort scheint zunächst einfach zu sein: den Listenpreis oder allenfalls die monatliche Leasingrate. So einfach ist die Realität aber nicht. Wer ein Auto kauft, will auch damit fahren. Und genau da lauern viele weitere Kostenfaktoren. Vom ersten Meter nach dem Kauf bis zum Wiederverkauf fallen laufend Belastungen für den Geldbeutel an. Und diese gilt es miteinzubeziehen, um herauszufinden, was ein Auto wirklich kostet.

 

Was gehört alles zu den TCO?

Eine fundierte TCO-Betrachtung umfasst nebst Anschaffungs- und Finanzierungskosten folgende Kosten, die rund um den Betrieb des Autos entstehen:

Jedes Auto braucht Energie. Diese kaufen wir in Form von Strom, Benzin oder Diesel. In einer TCO-Analyse wird in der Regel mit Durchschnittspreisen gerechnet, da sich die Energiepreise je nach Zeitraum, Energieträger und Ort stark unterscheiden. Gerade bei E-Autos fällt stark ins Gewicht, wann und wo geladen wird. Günstig zum Nachttarif an der heimischen Wallbox? Oder zu höherem Preis am Schnelllader an der Autobahn? Dienste wie MB.CHARGE Public können diese Rechnung vereinfachen: Hier können Kunden mit einheitlichen Preisen pro Lade-Art rechnen.

Die jährliche Motorfahrzeugsteuer ist bei einer mehrjährigen Haltedauer ein beträchtlicher Kostenpunkt. In einigen Kantonen profitieren E-Autos derzeit noch von einer deutlichen Vergünstigung oder sind gar komplett von der Abgabe befreit.

Die Unterhaltskosten umfassen etwa Reifen, Wartung, Reparaturen sowie Versicherungen und weitere Nebenkosten, wie zum Beispiel die Autobahnvignette oder die Kosten für einen Parkplatz.

Bis auf ein paar exklusive Sammlerstücke verliert ein Auto mit jedem Kilometer und Tag an Wert. Ein Faktor, der mit Wertminderung (Kilometer) und Amortisation (Zeit) ebenfalls in die Gesamtkosten-Rechnung einfliesst.

E-Auto oder Verbrenner – wer fährt wirklich günstiger?

Der Kaufpreis eines Autos ist – wie gesehen – nur ein Teil der gesamten Kosten. Und das kann einen Einfluss auf die Wahl des Antriebs haben, da dieser einige Kostenfaktoren signifikant beeinflusst. Eine Analyse von EnergieSchweiz zeigt, dass Elektroautos in der Gesamtbetrachtung oft günstiger sind als vergleichbare Verbrenner. Und zwar selbst dann noch, wenn der Kaufpreis des E-Autos höher liegt als der eines vergleichbaren Verbrenners. Denn in der Rechnung der Gesamtkosten erweisen sich vor allem die laufenden Kosten als entscheidend. Diese fallen beim Stromer durchweg geringer aus. Das heisst: Je länger man das Auto fährt, desto vorteilhafter fällt die Rechnung zugunsten des E-Antriebs aus.

Praxisbeispiel: TCO-Vergleich Mercedes-Benz EQA (Elektro) vs. GLA (Diesel)

Ein konkretes Beispiel liefert der TCO-Vergleich durch den Touring Club Schweiz (TCS) zwischen dem vollelektrischen Mercedes-Benz EQA 250+ Excellence Edition Progressive und dem Diesel-Modell Mercedes-Benz GLA 220 d Swiss Star 4MATIC 8G-DCT (beide 140 kW / 190 PS). Die fünf wichtigsten Erkenntnisse daraus:

 

EQA
Der EQA verursacht niedrigere Energiekosten, keine Motorfahrzeugsteuer (ist je nach Kanton unterschiedlich, hier am Beispiel Kanton Zürich) und günstigere Wartungskosten.

 

GLA

Der GLA hingegen verursacht höhere Service-, Treibstoff- und Versicherungskosten.

 

Amortisation

Bei der Amortisation schneiden beide Modelle ähnlich ab, wobei der Wertverlust beim EQA aufgrund des tieferen Anschaffungspreises etwas niedriger ausfällt.

 

Fazit

Insgesamt ist der EQA über die gesamte Nutzungsdauer hinweg wirtschaftlicher.

 

Bei 15 000 km Jahreslaufleistung und einer Haltedauer von 10 Jahren fallen die Kilometerkosten mit CHF 0,69/km um 21 Rappen pro Kilometer tiefer aus.

Faktor Klimabilanz

Nebst den Kosten sollte beim Autokauf auch der Klimabilanz Beachtung geschenkt werden. Den CO2-Fussabdruck vergleichen wir ebenfalls über die zu erwartende Lebensdauer des Fahrzeugs. Hier startet der elektrische EQA 250+ konzeptbedingt mit einem leichten Nachteil: Die Produktion des Stromspeichers schlägt mit 6,1 Tonnen CO2 zu Buche. Über die Lebensdauer kann die Version mit E-Antrieb diesen Nachteil aber kompensieren, da keine direkten Emissionen anfallen. So resultiert nach 10 Jahren und 150 000 Kilometern ein Vorteil von fast 26 Tonnen CO2 zugunsten des Elektroautos.

Der Anschaffungspreis oder die Finanzierungskosten sind ein beträchtlicher Kostenpunkt beim Auto – keine Frage. Insbesondere die Wartungs- und Treibstoffkosten summieren sich aber über die Lebensdauer. Wer kostenbewusst unterwegs sein will, informiert sich also vor dem Kauf genau über diese Punkte.

 

Autos mit elektrischem Antrieb, wie zum Beispiel der Mercedes-Benz EQA oder der neue verbrauchsarme CLA, haben hier einen echten Vorteil. Je nach Fahrzeugsegment sind E-Autos schon günstiger in der Anschaffung als vergleichbare Verbrenner. Nur bei Kleinwagen sind Stromer noch teurer, was sie aber in der Regel schon nach wenigen Jahren durch die tieferen laufenden Kosten wieder wettmachen. Zur Kostenrechnung müssen unbedingt auch Wertminderung und Amortisation gehören. Ein Fahrzeug mit einem höheren Wiederverkaufswert ist schlussendlich günstiger. Daher lohnt es sich auch finanziell, in gute Pflege und eine sinnvolle Ausstattung zu investieren.

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